Tschingel-Weekend (13. - 15. März 2009) - Übersicht

Schon wieder war ein Jahr um. Aus terminlichen Gründen war der Ausflug dieses Jahr erst im März geplant. Daher dachten Einzelne an eine Anreise von Blumenstein her mit dem Auto direkt bis vor die Alphütte. Und wer hätte noch Mitte Februar gedacht, dass die Schneeverhältnisse in der ersten Märzhälfte so viel Weiss bedeuteten. So war die klassische Anreise über Wasserscheide und hinunter durch den Schnee auch noch Mitte März Realität.

Drei Familien mit zusammen 13 Personen fuhren deshalb auf Skiern respektive Snowboards oder marschierten auf Schneeschuhen von der Wasserscheide hinunter zur Alp Tschingel. 13 Personen? Nein, nur 12. Denn eine Person durfte mit dem Pistenfahrzeug die Reise von der Wasserscheide zum Tschingel antreten. Keine Frage der Bequemlichkeit, sondern verletzungsbedingt war es Brigitt nicht möglich, aus eigener Kraft die 200 Höhenmeter zu überwinden.

Aus mindestens zwei Gründen waren wir dafür, dass Brigitt das Wochenende dennoch im Tschingel verbringen konnte: Erstens wäre ohne Brigitt das Wochenende im Tschingel unvorstellbar und zweitens war es eine Annehmlichkeit, dass ein Grossteil des Gepäcks mit dem "Patiententransport" in den Tschingel mitgekarrt wurde. Noch nie war es für uns so locker und leicht, fast gepäcklos die Fahrt von der Wasserscheide zum Tschingel zu unternehmen.

Auch dieses Jahr konnten leider nicht alle Personen zur gleichen Zeit anreisen. Christof und Brigitt waren schon zeitig am Freitag unterwegs und sorgten für eine aufgeheizte Alphütte bei Ankunft der anderen Gäste. Aus "verdauungstechnischen" Gründen verbrachte Domi die Nacht auf Samstag zu Hause und traf nach dem Mittag ein. Marlies konnte sich an der Arbeit nicht vertreten lassen, so dass sie erst am späteren Samstag Nachmittag auf dem Gurnigel eintraf.

Der Schreibende hatte den Eindruck, dass wir uns dieses Mal rascher an die schwachen Lichtverhältnisse bei Petroleumlicht gewöhnten, aber das ist sicher eine subjektive Erfahrung. Vielleicht war auch die längere Sonnenscheindauer Mitte März ein Faktor. Und mit den Taschenlampen wurden auch lichtlose Ecken erhellt und der lange Weg bis zum Plumps-Klo verlor bei etwas Licht seinen Schrecken.

Das Nachtessen am Freitag bestand wiederum aus Spaghetti, dazu Sauce mit oder ohne Fleisch. Später gab es Schokoladen- und Vanille-Creme..., oder beides.

Brigitt, Trix und Thomas sorgten sich darum, dass die Limetten und der Wodka nicht wieder nach Hause genommen werden mussten und fanden es an der Zeit, diese Lebensmittel zu verarbeiten. Für die Zubereitung war heuer Thomas zuständig. Anstatt Crash-Eis wurde Schnee verwendet, doch das war für den Geschmack irrelevant.

Am Samstag morgen war Ausschlafen angesagt. Und dann stand ein herzhaftes Morgenessen auf dem Plan.

Bei der Wahl zwischen Skifahren am Skilift oder Verbleib rund um die Alphütte entschieden
die Kinder danach, dass wegen dem vielen Schnee dieses Jahr der Bau einer Schneehütte einfacher umzusetzen war. Es dauerte nicht lange bis dass eine grosse Rundung im Schnee unschwer erkennen liess, um was es sich handelte. Christof unternahm unterdessen mit den Schneeschuhen eine Wanderung und holte bei der Rückkehr am frühen Nachmittag Domi beim Skiliftbeizli ab.

Brigitt konnte ihr lädiertes Bein auf einem improvisierten Läger in der Sonne vor der Alphütte schonen. Bald gesellten sich Trix und Thomas dazu. Man beobachtete die Kinder beim Spielen im Schnee, führte interessante Gespräche und genoss den sonnigen Tag bei frühlingshaften Temperaturen sowie "obligatem" Caipiroschka.

Anstatt Suppe mit Wienerli wurden für den mittäglichen Hunger die Spaghetti-Reste vom Vorabend gebraten. Dazu gab es gebratene Cervelats. Florence half beim Kochen und auch bei der anschliessenden Zwischenreinigung des Bodens.

Im Verlaufe des Nachmittags holte Thomas Marlies in Belp ab. Sie kamen bei beginnender Dämmerung im Tschingel an.

Domi's Fondue war wie immer ein Genuss. Dieses Jahr erfolgte die Zubereitung wieder mit Kirsch, da alle Lebensmittel es bis zum Tschingel schafften. Etwas zeitversetzt wurde gegessen, zuerst bekamen die Kinder ein Caquelon, danach die Erwachsenen. Dieses Jahr ass Thomas nicht mehr alleine die Schalotten und Knoblauch-Zehen, was sich zeitverzögert zwar noch bemerkbar machte, aber nicht mehr so stark wie letztes Jahr.

Obwohl mehrere Liter Coca Cola in den Tschingel transportiert wurden, blieben diese unberührt. Grund? Wir haben nicht mehr daran gedacht. Erst am nächsten Morgen kam uns in den Sinn, dass wir ja zur besseren Verdauung des Fondues Coca Cola mitgenommen hatten.

Thomas stellte noch einmal Caipiroschkas her. Doch schien die richtige Zubereitung vergessen gegangen: Die Reihenfolge stimmte nicht, denn die Limiten waren nicht zerdrückt, Limetensaft war hoch dosiert und der Rohrzucker fehlte. Und da der Schnee schon in den Gläsern drin war, gestaltete sich die "Korrektur" hin zur Trinkfertigkeit etwas schwierig.

Da viele Müdigkeitserscheinungen hatten (Cola trinken vergessen?), legten wir uns schon bald schlafen.

Am Sonntag gab es wiederum Frühaufsteher und Langschläfer, es reichte aber für alle zu einem Frühstück. Für den obligaten Eintrag im Gästebuch waren die Kinder gerne zu haben. Bald ging es ans Zusammenpacken und Aufräumen.

Wir entschlossen uns, auf ein Mittagessen im Tschingel zu verzichten und stattdessen später im Skiliftbeizli etwas zu essen, nachdem die Kinder für ca. 2 Stunden am Skilift waren und die wenig befahrenen Pisten nutzten. Das Pistenfahrzeug war auf ca. 14:00 bestellt und transportierte neben Brigitt auch einen grossen Teil des Gepäcks wieder hinauf zur Wasserscheide. Christof würde zusammen mit Domi die Reinigung der Alphütte übernehmen und dann mit den Schneeschuhen hinauflaufen.

Der "Aufstieg" hinüber zur Skipiste, um danach zum Skilift hinunter zu fahren, führte trotz wenig Gepäck zum Schwitzen, dies bei bedecktem respektive leicht nebligem Wetter und eher frühlingshaften Temperaturen. Auf dem Skilift spürte man aber rasch, dass die Temperaturen nicht viel über Null Grad lagen.

Wetter
Auch dieses Jahr war uns das Wetter freundlich gesinnt: Am Freitag und Samstag schönstes Frühlingswetter mit blauem Himmel, am Sonntag bewölkt und etwas Nebel. Die Temperaturen waren frühlingshaft, an Frieren war nicht zu denken.

Pistenverhältnisse
Selten haben wir so viel Schnee liegen gesehen und das zu dieser Jahreszeit! Aufgrund der milden Temperaturen war der Schnee schwer und sulzig, nur gegen Abend wurde er härter. Aufgrund der guten Schneeverhältnisse in diesem Winter auch in tieferen Regionen hatte es dieses Saison weniger Tages-Ausflügler auf dem Gurnigel.

Tschingel, wir kommen gerne wieder!

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